Aufgabe des Staubeckens Obermaubach
Das Staubecken Obermaubach wurde schon vor dem damals überragenden Talsperrenprojekt der Rurtalsperre Anfang der 30er Jahre geplant. Der Anstoß für die Projektplanung lag in der Tatsache begründet, dass durch den Kraftwerksbetrieb der Wasserkraftanlage Heimbach – gespeist aus der Urfttalsperre – schwallartige Wasserabgaben den Mittel- und Unterlauf der Rur belasteten, die eine Folge des strombedarfsgesteuerten Kraftwerksbetriebes darstellten.
Weil auch an der Rurtalsperre ein vergleichbares Kraftwerk vorgesehen war, musste man noch größere Schwankungen in der Wasserführung der Rur erwarten. Es galt also, die künstlichen und abrupten Änderungen des Abflusses in der Rur auszugleichen, weshalb man die Staubecken Heimbach und Obermaubach im Sprachgebrauch als Ausgleichsbecken führt und in der Regel nicht als Talsperren.
![]() |
![]() |
| Abbildung 1: Sperrstelle im Jahre 1932 vor der Dammerrichtung | Abbildung 2: Die Sperrstelle am 25.08.1933 |
Allgemeine Angaben
Lage der Sperrstelle: |
Im
Tal der Rur, 14 km oberhalb der Stadt Düren |
Zweck und Aufgaben der Anlage: |
Wochenausgleich – gemeinsam mit dem Staubecken Heimbach – des durch Spitzenstromproduktion der Wasserkraftwerke Heimbach und Schwammenauel verursachten Schwallwassers, Energieerzeugung |
Bauherr: |
Wasserverband Stausee Obermaubach in Düren |
Entwurf und Oberbauleitung: |
Oberbaudirektor O. Schatz |
Bauzeit: |
1933/34 |
örtliche Bauleitung: |
Regierungsbaumeister a.D. F. Gunzelmann |
Die Anlage wurde 1944 durch Kriegseinwirkung beschädigt. Die Reparatur erfolgte 1945/46. |
|
Das Absperrbauwerk

Technische Daten zum Absperrbauwerk
Typ: |
Erddamm
mit schrägliegender Lehminnendichtung und zwischengeschaltetem Wehrkörper
aus Beton |
|
Baustoffe: |
Stützkörper: |
|
Dichtung: |
örtlich
gewonnener Auelehm |
|
Beton: (Wehranlage) |
Zementbeton K 1, B10 mit 200 kg/m³ Portlandzement und 67 kg/m³ Trass |
|
Kronenhöhe: |
166,5 |
m ü. NN |
Kronenbreite: |
5,0 |
m |
Kronenlänge: |
(einschl. Wehr) 239 |
m |
Größte Höhe über Gründungssohle: |
6,70 |
m |
Größte Fußbreite: |
36,35 |
m |
Dammkubatur: |
27 000 |
m3 |
Wehrkubatur: |
4 000 |
m3 |
Anschluss an Untergrund: |
Stahlspundwand mit Lehmvorlage, auf Fels gegründet; keine besondere Herdmauer, keine Untergrundvergütung durch Injektionen o. ä. |
|
Wasserkraftwerk
Das Wasserkraftwerk wurde 1969 mit einer Rohrturbine ausgestattet, die über ein Winkelgetriebe einen Generator antreibt. Mit 650 kW Leistung und einer maximalen Durchflussmenge von 11.000 ltr/s bei einer Fallhöhe von ca. 7 m können bis zu 3,3 Mio. kWh Elektrizität (Laufstrom) im Jahr erzeugt werden.

