08.09.2016:

WVER baut neuen Abwassersammler von Winden bis nach Düren

Die Kläranlage Düren an der Autobahnabfahrt A 4 reinigt sowohl häusliche als auch industrielle Abwässer aus dem Dürener Land bis hin in die Nordeifel. Die Abwässer werden der Kläranlage über einen Hauptsammler zugeführt, an den die örtlichen Kanalnetze angeschlossen sind. Der Sammler verläuft parallel der Rur von Obermaubach über Kreuzau durch Düren bis zur Kläranlage. Hauptsammler und Kläranlage haben eine herausragende Bedeutung für die Entsorgungsinfrastruktur und –sicherheit der angeschlossenen Bereiche.

Studien und Untersuchungen der zurückliegenden Jahre haben einen Sanierungsbedarf am bestehenden Abwassersammler gezeigt. Zudem ist er durch steigende Abwassereinleitungen an seine Kapazitätsgrenze gestoßen. Die gesetzlichen Regelungen, die eine regelmäßige Inspektion von Kanalsystemen erfordern, können aufgrund der hohen Abwassermengen derzeit nicht erfüllt werden.

Deshalb hat der Wasserverband Eifel-Rur beschlossen, zur Entlastung des bestehenden Hauptsammlers einen zweiten Kanal als „Parallelsammler“ zu errichten. Gemäß der derzeitigen Planung verläuft dieser über eine Strecke von rund 12,5 km überwiegend durch Straßen, Rad- und Fußwege entlang der Rur, von der Rurbrücke in Winden bis zur Kläranlage Düren-Merken.

Trassenführung im Freigefälle

Zur Erarbeitung einer möglichen Trasse mussten eine Vielzahl von Randbedingungen beachtet werden. Dazu gehörten ein möglichst schonender Umgang mit Naturflächen sowie die Minimierung der Belästigungen für die Bevölkerung, sowohl während der eigentlichen Baumaßnahme durch eine weitgehende Vermeidung von Hauptverkehrswegen, als auch beim späteren Betrieb des neuen Parallelsammlers. Ebenso waren die technische Machbarkeit sowie die Wirtschaftlichkeit der verschiedenen Trassenvarianten zu berücksichtigen. Der Parallelsammler muss aus Verbundaspekten in der Nähe der Rur verlaufen.

Der Sammler wird über die gesamte Strecke ein stetiges Gefälle aufweisen. Durch dieses Freigefälle fließt das Abwasser ohne Fremdenergie zur Kläranlage.

Da der bestehende Abwassersammler neben dem neuen Parallelsammler weiter in Betrieb bleiben wird, werden an verschiedenen Stellen Verbindungen zwischen den beiden Sammlern hergestellt. Damit wird erreicht, dass bei Inspektions- und Sanierungsbedarf entweder der bestehende Abwasserkanal oder der Parallelsammler in Teilen außer Betrieb genommen werden können.

Baumaßnahme und Naturschutz sind kein Widerspruch

Ähnlich dem bestehenden Hauptsammler sollte auch der neue Parallelsammler rurnah verlaufen. Nur so ist es möglich, die beiden Kanalstränge untereinander zu verbinden. Es sind die ökologischen Anforderungen aus den im Rurtal bestehenden Schutzgebieten zu beachten. Zeitgleich zur technischen Planung einer Trasse wurden deshalb umfangreiche Unter-suchungen zu den Schutzgebieten (z.B. Fauna-Flora-Habitate, Natur- und Landschaftsschutzgebiete) aufgenommen. Für die Trassenfindung wurden Biotoptypen, Brutvögel und Bäume kartiert und auf Wunsch der Naturschutzverbände um die Kartierungen von Bibern, Fleder- und Haselmäusen ergänzt.

Da beim Bau des Abwasserkanals Einflüsse auf die Ökologie nicht immer vermeidbar sind, werden Ausgleichsmaßnahmen vorgenommen. Diese können z.B. in der Schaffung von Ersatzhabitaten bestehen.

Genehmigungsverfahren, Bauzeit und Kosten

Ziel der derzeitigen Planung ist es, im kommenden Jahr das Genehmigungsverfahren einzuleiten. Da die Genehmigung im Rahmen eines sogenannten Planfeststellungsverfahrens erfolgt, ist sichergestellt, dass alle Betroffenen, sowohl Bürger als auch öffentliche Stellen, ihre Bedenken und evtl. Anregungen einbringen können. Dieses Verfahren wird von der Bezirksregierung Köln geführt.

Der Wasserverband Eifel-Rur rechnet mit einem Baubeginn ab dem Jahr 2018. Je nach Ergebnis des Planfeststellungsverfahrens wird die Bauzeit voraussichtlich drei Jahre umfassen. Um dies zu erreichen, sollen im Streckenverlauf mehrere Baustellenabschnitte zeitgleich abgewickelt werden. Lage und Dauer der einzelnen Bauabschnitte stehen derzeit noch nicht fest, werden jedoch im Planfeststellungsverfahren konkretisiert. Die bisher geschätzten Kosten für die Investition liegen bei ca. 40 Mio. Euro.

Zur Vorstellung des Projektes lädt der Wasserverband Eifel-Rur alle Interessierten zu einer Bürgerinformationsveranstaltung

am 15. September 2016, 19:00 Uhr

in den Winkelsaal von Schloss Burgau in Düren ein.

 

Plan der favorisierten Trassenführung - Nordteil

Plan der favorisierten Trassenführung - Süddteil