22.02.2016:

Neues Rollschütz zum Verschluss der Rurtalsperre Schwammenauel

Der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) setzt am kommenden Donnerstag an der Rurtalsperre Schwammenauel ein neues Rollschütz zum Verschluss des Grundablassstollens ein. Es ersetzt das alte Schütz, das seit 1935 in Gebrauch ist.

Die Rurtalsperre Schwammenauel verfügt neben ihrem Dammkörper im (in Fließrichtung der Rur betrachtet) linksseitig gelegenen Fels über einen Grundablassstollen. Über diesen wird Wasser in das Staubecken Heimbach und damit in den Unterlauf der Rur abgegeben.

Dieser Stollen, der einen Durchmesser von fünf Metern hat, wurde beim Bau der Rurtalsperre in den Jahren 1934 bis 1938 zunächst genutzt, um die Rur an der Dammbaustelle vorbeizuleiten. Auf der Luftseite des Dammes wurde der Stollen mit Verschlussorganen bzw. einer Umwegsleitung ins dort befindliche Wasserkraftwerk versehen. Auf der Wasserseite wurde ein Rollschütz eingebaut, mit dem der Stollen seeseitig verschlossen werden kann, um ihn zu Revisionszwecken zu inspizieren oder auch Arbeiten an den Verschlussorganen vorzunehmen – wie z. B. im Jahre 2005, als die alten Verschlussorgane ausgetauscht wurden. Das bestehende Rollschütz hat eine Abmessung von 5 x 7 Metern und wiegt 23 Tonnen. Über eine gleisgeführte Schieberbahn kann es vor ein Einlaufbauwerk zum Grundablassstollen gefahren werden. Diese Schieberbahn wurde bei der Aufhöhung des Dammes in der zweiten Ausbaustufe 1955 – 1959 entsprechend nach oben verlängert und führt das Schütz nun in eine Wassertiefe von bis zu 65 Metern. Am Rollschütz ist planeben eine metallische Dichtleiste angebracht, die den Stollen gegen einen im Betoneinlaufbauwerk verankerten metallischen Dichtrahmen abdichtet.

Im Rahmen einer Vertieften Überprüfung der Talsperre wurde wegen einer Vielzahl von festgestellten Schadstellen entschieden, das alte Rollschütz zu ersetzen. Dabei ist es aufgrund der am Grundablassstollen vorhandenen Einbausituation zwingend erforderlich, die bisherigen Abmessungen auch für das neue Schütz beizubehalten.

Nach Einsetzen des neuen Rollschützes erfolgt die Funktionsprüfung, bei der auch die Dichtigkeit gegen den bestehenden Einbaurahmen überprüft wird.

Ergänzung vom 23.02.2016 zur Pressemitteilung:

Am jetzigen Donnerstag wird das Rollschütz wie geplant auf die Schieberbahn mit Hilfe eines Krans auf die Schieberbahn aufgesetzt. Das ursprünglich vorgesehene Ablassen des Schützes zu einer Funktionsprüfung auf seine Dichtigkeit hin kann jedoch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht erfolgen. Grund: Die zurzeit hohen Zuflüsse zur Rurtalsperre Schwammenauel sowie die noch zu erwartende Witterungslage mit weiterhin starken Zuflüssen erfordern ein beständiges Ablassen von Wasser, um einen Einstau von Wasser in den freizuhaltenden Hochwasserrückhalteraum der Talsperre zu verhindern. Die Funktionsüberprüfung durch Ablassen des Schützes vor das Einlaufbauwerk und der damit verbundene Verschluss des Grundablasses kann also erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

20160222 Neues Rollschütz Bild 1

Bild 1: Historische Karte, die u. a. den Verlauf des Stollens zeigt

 

20160222 Neues Rollschütz Bild 2Bild 2: Rollschütz auf der Schieberbahn wenig oberhalb des Einlaufbauwerks in den Stollen

 

20160222 Neues Rollschütz Bild 3

Bild 3: Blick auf die Schieberbahn

 

20160222 Neues Rollschütz Bild 4

Bild 4: Rollschütz in seiner Ausgangsposition - Luftbild